E-Commerce & Digital Transformation

Elasticsearch vs. OpenSearch 2022

Die meisten, die sich mit Elastic- oder OpenSearch auseinandergesetzt haben, wissen wahrscheinlich, dass Elasticsearch, sowie der gesamte Elastic-Stack mit Elementen wie Kibana oder Logstash seit der Version 7.10.2 eine restriktivere Lizenz verwendet, als die bis dahin genutzte, sehr liberale Apache 2.0-Lizenz. Details dazu hatten wir bereits Anfang 2021 in einem Blogbeitrag veröffentlicht.

 

Aus dem damals noch “Open Distro for Elasticsearch” genannten Projekt aus dem Hause der Amazon Web Services (AWS) ist inzwischen “OpenSearch” geworden. Nun gibt es neue Entwicklungen, die die Wahl für die verwendete Technologie stark beeinflussen dürfte.

In unserem Beitrag vor 1,5 Jahren gingen wir davon aus, dass der Schritt zur Lizenzänderung ein einschneidender Schritt für viele Unternehmen sein wird. Auch Global Player und Hyperscaler wie Amazon Web Services / AWS und Microsofts Azure, die auf Elasticsearch basierende Services anbieten, sollten unserer These nach, zukünftig betroffen sein. Unsere Annahme, dass diese Anbieter für einen entsprechenden Fall vorgesorgt haben, hat sich bestätigt. Auf die sich veränderten Lizenzmodelle, waren die Anbieter in der Lage schnell zu reagieren. Amazon Web Services hat mit hoher Geschwindigkeit und großem Ressourcenaufwand das Open-Source-Projekt OpenSearch ins Leben gerufen. Microsoft hat sich an die Lizenzbedingungen angepasst und ist inzwischen Partner von Elastic, bietet aber auch OpenSearch Produkte an. Bis in die jüngste Vergangenheit war eine Umstellung von Elastic- auf OpenSearch kein Problem, doch inzwischen geschah, was mit dem ersten Schritt der Lizenzierung des Elastic-Stacks abzusehen war. Bis zum Lizenzwechsel vor knapp 2 Jahren waren die Elastic.co Ökosystemkomponenten sowohl mit Elastic- wie auch mit OpenSearch kompatibel. Dies ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Der Grund ist klar: Elastic hat viel Zeit und Geld in seine Tools gesteckt und möchte vermeiden, dass v.a. Großanbieter wie AWS die Gewinne allein einfahren. Für welche Seite man sich da als Digital-Agentur entscheiden soll, ist schwer zu beantworten, vor allem wenn man beide Seiten verstehen kann. Einerseits ist es völlig verständlich, dass elastic.co verärgert darüber ist, dass sie für Millionenumsätze bei AWS verantwortlich sind, an denen sie nicht beteiligt werden. Andererseits wurde  mit der damaligen Wahl einer sehr liberalen Softwarelizenz ganz bewusst diese Tür aufgemacht, damit sich eine breite, internationale Unterstützung für Elasticsearch entwickelt. Was ja daraufhin auch zügig und erfolgreich geschehen ist.

Abgrenzung Elastic- & OpenSearch

Um sich weiterhin abzugrenzen, steuert Elastic nun mit Vollgas auf ein klassisches, proprietäres Business-Modell zu. Einerseits ist das völlig legitim, hinterlässt aber auch einen unangenehmen Beigeschmack, da Elastic überhaupt erst durch das bewusst gewählte, liberale Open-Source-Modell so groß werden konnte. Damit Elastic mit diesem Modell nicht untergeht, entwickelt es sein System mit rasanter Geschwindigkeit weiter und setzt dabei vermehrt auf lizenzkostenpflichtige Service-Elemente. Für Bestandskunden mag das gut funktionieren. Neukunden hingegen stellen sich zunehmend die Frage, ob sie sich zugunsten eines größeren Feature-Umfangs in ein Vendor-Lock-In-Modell begeben wollen. Alternativ besteht nämlich die Hoffnung auf eine mittelfristig breitere Akzeptanz des weiterhin liberal lizenzierten OpenSearch aus dem Hause Amazon. Eines ist jedoch klar: der Wechsel von Elastic- auf OpenSearch wird mit zunehmenden zeitlichen Abstand zur Version 7.1.20 deutlich schwieriger. 

Analyse von Managed-Hosting Anbieter in Deutschland

Auffällig ist auch, dass eine Markt-Analyse unsererseits ergeben hat, dass die größten Managed Hosting Anbieter in Deutschland, die Managed Elastic- und OpenSearch oder Managed HostingAsAService anbieten, den ElasticStack meistens nur bis zur Version 7.10.2 anbieten, also der letzten mit Apache 2.0-Lizenz. Also auch im Managed-Hosting-Bereich macht es sich Elastic, mit seiner rigiden Lizenzpolitik für Wiederverkäufer und Internet-Agenturen nicht leicht. Viele Managed-Hostings Anbieter wie AWS oder wir bieten daher zunehmend auch OpenSearch als Alternative zu Elasticsearch sowie Elasticsearch Support bis zur Version 7.10.2 an. Parallel dazu gibt es Unternehmen, die als offizielle Elastic-Partner in Erscheinung treten. Für den DACH-Raum sind das unter anderem Unternehmen wie Microsoft oder Google, bei denen Sie auch den aktuellsten Elastic-Stack in Anspruch nehmen könnten.

Lizen- und Nutzungsunterschiede von Open- und Elasticsearch:

OpenSearch ist eine Apache 2.0-licensed Open-Source-Such- und Analysesuite, die das Erfassen, Suchen, Visualisieren und Analysieren von Daten vereinfacht. OpenSearch ist vollständig Open-Source und lässt dem Anwender die Freiheit, das Produkt nach Belieben zu ändern oder zu erweitern. Es basiert auf der Elasticsearch Version 7.10.2. Das Projekt wird von einer Gemeinschaft, einschließlich eines Netzwerks von Partnern, gepflegt und weiterentwickelt. Hierzu gehört unter anderem Amazon Web Services.

Elasticsearch, sowie elementare Teile des Elastic-Stack sind seit der Version 7.1.20 nicht mehr unter der liberalen Apache2.0 Lizenz erhältlich. Bis zum 20.11.2020 erhielt die Version 7.1.20 Support. Seit Version 7.11 ist die Abwärtskompatibilität und damit auch die Kompatibilität mit OpenSearch nicht mehr gewährleistet. Aktuell laufen die Versionen ab 7.11 unter einem dualen Lizenzmodell. Die Elastic-Community sowie Kunden erhalten weiterhin offenen Zugang zum Code. Diese können den Code weiterhin nutzen, ändern und verteilen. Trotzdem droht Kunden ein Vendor-Lock-In, da Produkte anderen nicht ohne Einschränkungen als verwaltete Dienste zugänglich gemacht werden dürfen, was für viele Internet- sowie Hosting-Agenturen die Arbeit mit Elasticsearch ab Version 7.11 deutlich weniger attraktiv werden lässt.

Auch wir arbeiten mit Open Search (Stand jetzt bis 2.0) sowie Elasticsearch bis zur Version 7.10.2.


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