Deep Dive Mailing-Kampagnen für Onlineshops

Erfolgreich ins E-Mail-Marketing starten

  • Fabian
  • 02.02.2026
Titelbild Email Kampagnen Automatisierung
Ein Mann arbeitet in einem modernen Büro an einem Laptop, neben ihm steht eine geöffnete Flasche Getränk auf dem Tisch.

Einstieg ins E-Mail-Marketing als Online-Shop

Auch 2026 bleibt E-Mail-Marketing ein wichtiges Tool: Eine Auswertung von Shopify im Jahr 2024 hat ergeben, dass E-Mail-Kampagnen durchschnittlich einen 36-fachen Return of Investment haben, in einer Umfrage von eco.de gaben 89,2% der Deutschen an, mindestens einmal am Tag ihre E-Mails zu checken.


Dieser Blogartikel soll einen Überblick verschaffen, wie der Einstieg ins E-Mail-Marketing als E-Commerce Anbieter aussehen kann und wie die Integration mit deinem Online-Shop funktioniert.

Ziele und Strategien definieren

Effektives E-Mail-Marketing im E-Commerce ist weit mehr als das bloße Versenden von Newslettern. Es ist ein strategisches Instrument, das – richtig eingesetzt – die Kundenbindung und Loyalität signifikant erhöht, Conversions treibt und den Customer Lifetime Value (CLV) nachhaltig steigert. Zudem stärkt es die Sichtbarkeit deiner Marke und kann sogar als Kanal zur Neukundengewinnung fungieren.

Dafür brauchst du einen Plan, was genau du in Übereinstimmung mit der übergeordneten Unternehmensstrategie erreichen willst und mit welchen Mitteln. Gerade in mittleren und großen Unternehmen kann der Prozess kein Alleingang sein, sondern ein Zusammenspiel von Marketing, IT, Vertrieb und Customer Care. So können gezielt unternehmensspezifische KPIs berücksichtigt werden, wie z.B. die Reduzierung von Lagerbeständen oder der Ausbau des Marktanteils in einer bestimmten Nische. Überlege im Vorfeld, wie Erfolge überprüft werden können.

Diese gängigen strategischen Hebel kannst du nutzen, um deine Ziele zu erreichen:


Loyalitäts- und Retention-Programme

Die Akquise eines Neukunden ist um ein Vielfaches teurer als das Halten eines Bestandskunden. Belohne wiederkehrende Kunden oder Kunden mit hohem Kaufvolumen mit exclusiven Angeboten und Rabatten und rege so zu Käufen an. Mache treue Kunden zu “VIPs”, z.B. durch persönliche E-Mails bei bestimmten Umsatzschwellen. Das stärkt die emotionale Bindung zu deiner Marke und verwandelt Kunden in Markenbotschafter.


Marketing-Automatisierung (Lifecycle-Mailings)

Automatische E-Mails im richtigen Moment begleiten deine Kunden entlang der gesamten Customer Journey. Du kannst z.B. Warenkorbabbrecher zurückholen, inaktive Kunden reaktivieren oder durch einen Gutschein zum Geburtstag eine Conversion generieren. Und das ohne manuellen Aufwand!


Segmentierung und Personalisierung

Nutze vorhandene First-Party Daten wie Transaktionshistorie und Nutzerverhalten, um bestimmte Kundensegmente und Zielgruppen nach Kaufverhalten, Interessen oder demografischen Merkmalen gezielt anzusprechen. Integriere personalisierte Produktempfehlungen für jeden einzelnen Kunden. Eine personalisierte Ansprache, die auf die individuellen Bedürfnisse des Empfängers eingeht, sorgt für hohe Klickraten.


Cross-Selling

Nutze die Kaufhistorie um datenbasierte Empfehlungen für ergänzende Produkte auszusprechen bzw. den Warenkorb direkt nach dem Kauf zu erweitern. Trete als mitdenkender Partner auf, in dem du Pflegehinweise mit entsprechenden Produktempfehlungen verschickst oder Verbrauchsartikel nach einer bestimmten Zeit anbietest.


Regular Broadcasts (der kuratierte Newsletter)

Ein in regulären Abständen verschickter Newsletter dient als Bühne für saisonale Kampagnen, Produktneuheiten und aktuelle Branchenkenntnisse. Dadurch wird nicht nur die Marke durch einen festen Rhythmus im Gedächtnis der Zielgruppe verankert, sondern durch verkaufsgetriebene Inhalte mit redaktionellem Mehrwert Traffic-Peaks in deinem Shop erzeugt. Mit diesem Format kannst du auch sofort auf Marktveränderungen, Trends oder Überbestände reagieren.


Markenpflege

Nutze den E-Mail Kanal um Werte und Identität deiner Marke zu kommunizieren und die Markenwahrnehmung zu erhöhen. So baust du eine nachhaltige Beziehung zu deinen Kunden auf. Im Zweifelsfall entscheiden sich Kunden bei Preisgleichheit für die Marke, zu der sie das größte Vertrauen und die stärkste Bindung haben.


Neukunden-Gewinnung

Kunden sind oft eher gewillt, ihre E-Mail-Adresse anzugeben, als gleich einen Kauf in einem bisher unbekannten Shop zu tätigen. Schaffe Anreize durch Freebies (wie ein kostenloses E-Book, Versandkostenvorteil oder Neukunden-Gutschein) und gewinne Kunden durch eine intelligente Welcome-Automation die Vertrauen schafft und dein Unternehmen präsentiert.

Zwei Personen arbeiten gemeinsam an einem Laptop an einem Tisch, auf dem auch ein Smartphone liegt.

Den richtigen Anbieter wählen

Im E-Commerce ist die Wahl der technischen Basis immer ein kritischer Faktor um spätere Schmerzen durch limitierende Faktoren bei Erweiterbarkeit oder Features, unvorhergesehene Kosten, fehlenden Support oder schlechte Integration in bestehende Systeme zu vermeiden. Wer schon mal einen Anbieter wechseln musste, weiß, dass die initial für Evaluation aufgebrachte Zeit und Mühe sehr gut investiert ist.

Dieser Beitrag fokussiert sich auf sogenannte CDPs (Customer Data Platform), wie z.B. Bloomreach oder Klaviyo, die nicht nur auf den einfachen E-Mail-Versand spezialisiert sind, sondern Daten aus komplexen Customer Journeys zusammenfassen und umfassende Kundenprofile erstellen. Diese Plattformen sind im E-Commerce heute der Standard, und wir sprechen in diesem Artikel nachfolgend einfach von “Plattform”.

Jedes Unternehmen und jedes Projekt ist anders - eine Evaluation sollte individuell unter Mitwirkung aller beteiligten Stakeholder durchgeführt werden. Du findest hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Punkte, die du bei der Auswahl der Plattform beachten solltest:


Features und Erweiterbarkeit

Erfüllt das Tool nicht nur deine aktuellen Bedürfnisse, sondern wächst auch mit deinen Ambitionen?

  • Datenstruktur und Custom Fields: Kannst du alle relevanten Daten erfassen und bietet das System genügend Flexibilität, um unternehmensspezifische Daten zu integrieren?
  • Synchronisationsintervall: Erfolgt die Datenverarbeitung zeitverzögert oder ist Datenaustausch in Echtzeit möglich?
  • Automatisierung (Flows): Kann das System komplexe Logiken abbilden? Lassen sich deine Prozesse abbilden?
  • Personalisierung: Unterstützt das Tool dynamische Produktempfehlungen basierend auf echtem Nutzerverhalten?
  • KI-Unterstützung: Bietet der Anbieter prädiktive Analysen und Vorhersagen?
  • Multi-Channel: Können neben E-Mail auch SMS, WhatsApp oder Mobile Push-Notifications über dieselbe Logik gesteuert werden?
  • Attribution und Analyse: Wie misst das System den Erfolg? Welche Auswertungsmöglichkeiten werden geboten?
  • A/B-Testing: Können Kampagnen oder auch ganze Automatisierungs-Flows gegeneinander getestet werden?
  • Editor & Design: Können E-Mails einfach erstellt werden, z.B. über vordefinierte Templates/Blöcke per Drag&Drop, so dass die Redaktion effizient arbeiten kann und E-Mails trotzdem auf allen Geräten und Clients konsistent dargestellt werden?

Kosten und Skalierbarkeit

  • Preismodell: Wie wird abgerechnet, gibt es ein Tier-Modell? Variieren die Kosten nach Anzahl der Kontakte im System oder versendeter E-Mails? Ist der Preis auch tragbar, wenn deine Nutzerzahl wächst?
  • Onboarding-Gebühren: Welche einmaligen Kosten fallen für die technische Einrichtung und das Training des Teams an?
  • E-Mail Versand: Oft wird der tatsächliche Versand der E-Mails gar nicht übernommen, sondern es braucht einen zusätzlichen Anbieter, bei dem Kosten entstehen.
  • Versteckte Kosten: Sind alle benötigten Module enthalten, oder müssen welche hinzu gebucht werden? Fallen kosten für Server, dedizierte IP-Adressen oder zusätzliche API-Aufrufe an?
  • Integration: Wie hoch sind die initialen Kosten für die Integration und deren Wartung durch deine IT?
  • Support: Gibt es integrierten Support, und wie wird darüber hinaus abgerechnet? Wann und in welchem Umfang ist der Support für dich erreichbar?

Integration

  • Native Anbindung: Existiert eine zertifizierte Integration für dein spezifisches Shopsystem und was ist darin genau enthalten?
  • Alternative Anbindung: Kann das Tools vollständig mit deinen bestehenden Systemen integriert werden und wie einfach ist das?
  • Dokumentation: Gibt es eine gute (Entwickler-)Dokumentation?
  • Testsystem/Sandbox: Wird ein Testsystem zur Verfügung gestellt, in dem du ohne Risiko ausprobieren kannst? Kann dieses auch mit dem Staging-System deines Shops integriert werden?

Zustellbarkeit

  • Externer Anbieter: Erfolgt der E-Mail-Versand direkt durch den Anbieter, oder ist ein externer Anbieter nötig? Gibt es Einschränkungen, welche externen Anbieter verwendet werden können?
  • Authentifizierung: Unterstützt das System ein einfaches Setup von SPF, DKIM und DMARC um sie als Absender zu Verifizieren und Spam-Markierung zu vermeiden?
  • Server: Nutzt der Anbieter einen für dein Unternehmen sinnvollen Serverstandort und hochwertige IP-Pools? Bei hohem Volumen ist eine dedizierte IP oft sinnvoll, um nicht von der schlechten Versanddisziplin anderer Kunden beeinflusst zu werden.
  • Behandlung von Bounces: Werden unzustellbare E-Mails automatisch behandelt?

Datenstruktur definieren und Anbindung herstellen

Moderne E-Mail-Marketing-Tools agieren heute als Customer Data Platform (CDP). Sie speichern nicht nur E-Mail-Adressen, sondern das gesamte Event-Protokoll eines Nutzers, wie angesehene Produkte und Kategorien, Warenkorb, Suchen oder Wunschliste.

Wir unterteilen die Datenstruktur in drei Säulen:

  • Stammdaten (Eigenschaften): Statische oder langsam veränderliche Attribute eines Nutzers (z.B. Name, Wohnort, CLV-Score).

  • Verhaltensdaten (Events): Zeitbezogene Aktionen (z.B. “Produkt angesehen”, “Checkout gestartet”).

  • Relationale Daten (Kataloge): Externe Datenbestände wie Produktkataloge.

Für den Erfolg deines E-Mail-Marketings ist es wichtig, vorher darüber nachzudenken und auszuarbeiten, welche Daten benötigt werden, um die vorher definierten Ziele zu erreichen.

Die ganzen Daten müssen natürlich auch irgendwie zur Platform übertragen werden. Die Anbindung zwischen deinen bestehenden Systemen und der Platform unterscheidet sich basierend auf der eingesetzten Software, aber wir haben für dich die allgemein gültigen Infos zusammengefasst: Link zu Import/Integrations-Thema

Onboarding von Neu- und Bestandskunden

Du hast deine Daten im Fluss und willst deine ersten Kampagnen und Automationen starten, aber dir fehlen die Kontakte oder Einwilligungen. Um deine Bestandskunden und neue Interessenten aufmerksam zu machen und für deinen Newsletter zu gewinnen, hast du einige Möglichkeiten.

  • Über einen Lead-Magnet bietest du ein Freebie, z.B. ein kostenloses E-Book, einen Gutschein oder einen Versandvorteil, wenn sich jemand zum Newsletter registriert. Achte darauf, auch einen sinnvollen Gegenwert zu bieten, damit du nicht sofort Vertrauen verschenkst.

  • Das Newsletter-Overlay, bei dem sich z.B. einmal pro Besuch im Onlineshop ein auffälliges Banner mit einem Anmeldeformular über die Seite legt, mag manchen penetrant erscheinen, ist aber oft sehr erfolgreich.

  • Über eine Checkbox im Kaufprozess, bei einem Gewinnspiel oder in sonstigen Formularen kannst du ohne zusätzliche Hürden Anmeldungen generieren. Achte darauf, dass die Checkbox nicht standardmäßig aktiviert sein darf.

  • Über eine Paket-Beilage (Offline-to-Online) kannst du die Freude über den Erhalt deiner Produkte zu einer Anmeldung machen. Lege eine Karte mit QR-Code bei und vergib bei Anmeldung direkt einen Gutschein für die nächste Bestellung.

  • Über Banner und Verlinkung im Onlineshop an verschiedenen Stellen solltest du auf die Newsletter-Anmeldung hinweisen. Ein Hinweis auf einen Newsletter-Gutschein und/oder andere Vorteile sollte hier nicht fehlen, um bedeutsame Resonanz zu erzielen.

Vorsicht ist geboten, wenn du einen Hinweis auf deinen Newsletter in Transaktionsmails platzieren willst oder gar alle bestehenden Kunden per E-Mail zur Anmeldung auffordern willst. Ob das für dich möglich ist, solltest du vorher rechtlich klären lassen und im Zweifel lieber Abstand davon nehmen. Wir haben in unserem Blog einen Artikel, der den Versand von E-Mails ohne Einwilligung beleuchtet.

Achte auch darauf, dass du in allen Fällen den gesetzlichen Rahmen einhältst und z.B. über geltende Datenschutzrichtlinien und die kostenlose Abbestellung des Newsletters informierst. Außerdem musst du in den meisten Ländern einen Double-Opt-In-Flow integrieren, mehr dazu in unserem Artikel zur Integration in deine bestehenden Systeme.

Frau sitzt am Schreibtisch und arbeitet konzentriert am Computer, Tageslicht durch Fenster im Hintergrund.

E-Mails versenden

Nachdem die technische Infrastruktur steht und die Daten fließen, geht es an die Umsetzung deiner E-Mail-Kampagnen.

Wichtig sind beim Versenden von E-Mails zwei Dimensionen: Zum einen die Segmentierung, also die strategische Selektion der Empfänger. Zum anderen die Wahl zwischen statischen Kampagnen und dynamischen Automatisierungen.


Segmentierung

Die Relevanz einer E-Mail korreliert direkt mit deren Erfolg. Indem du Kunden auf Basis von Gemeinsamkeiten wie Interessen, Verhalten oder demografischen Merkmalen in Segmente unterteilst, kannst du für jedes Segment individuell relevante Inhalte erstellen.

Du kannst praktisch aus all deinen Daten beliebige Segmente bilden. Hier sind einige Beispiele:


Demografische Daten

  • Wenn du z.B. Mode verkaufst, sind je nach Alter und Geschlecht andere Produkte relevant
  • Über den Wohnort kannst du über lokale Events informieren

Kundenzyklus

  • Interessenten ohne Käufe brauchen Vertrauen und Infos
  • Erstkäufer haben noch eine lockere Bindung und wollen für ihren Vertrauensvorschuss belohnt und in ihrer Entscheidung bestärkt werden
  • Stammkunden wollen für ihre Loyalität belohnt werden
  • Inaktive Kunden lassen sich vielleicht mit einem “Wir vermissen dich” Rabatt in deinem Shop zurückholen

Customer Lifetime Value

  • Top-Kunden erhalten exklusive Pre-Access-Vorteile
  • Schnäppchenjäger werden bei Sales-Aktionen kontaktiert

Interessen und Kaufverhalten

  • Frische Käufer bestimmter Produkte brauchen Tipps zur Nutzung ihres neuen Produkts (After-Sales-Service)
  • Wer ständig Hundefutter kauft, interessiert sich vermutlich für Hunde
  • Wer innerhalb weniger Tage bestimmte Produkte oft angesehen, aber nicht gekauft hat, muss vielleicht noch vollständig überzeugt werden
  • Wer seinen Warenkorb abgebrochen hat, braucht vielleicht eine Erinnerung, dass der Einkaufswagen noch wartet

Automation und statische Kampagnen

Statische Kampagnen sind punktuelle Aussendungen, die zu einem festgelegten Zeitpunkt an eine ganze Liste (oder ein Segment) verschickt werden. So erhalten viele Empfänger den Inhalt zur selben Zeit. Diese Form wird z.B. für Wöchentliche Newsletter, Sale-Ankündigungen oder Weihnachtsgrüße benutzt. Solche Kampagnen benötigen oft höheren redaktionellen Aufwand, da die Inhalte redaktionell aufwändig sein können und die jeweilige Kampagne individuell konzipiert, gestaltet und geprüft werden muss.

Automationen sind Workflows, die durch ein bestimmtes Ereignis (Trigger) ausgelöst werden und dann automatisch ausgeführt werden, ohne dass jemand eingreifen muss. So erhält immer ein Empfänger den Inhalt, der in diesem Moment relevant ist. Typische Beispiele sind Willkommens-Serien nach der Anmeldung, Warenkorbabbrecher-Mails oder Geburtstags-Gutscheine. Automatische Flows haben den Vorteil, dass die dafür nötigen Ressourcen vom Output entkoppelt werden. Es wird nur einmal eingerichtet und skaliert dann linear mit dem Traffic, ohne zusätzliche Aufwände und Kosten zu verursachen.

E-Mails erstellen

Um die tatsächlichen E-Mails zu erstellen bieten die gängigen Plattformen nutzerfreundliche Editoren. Nutze bestehende Templates und Bausteine, die du auf dein Branding anpassen kannst. Diese haben sich meist bewährt und es ist sichergestellt, dass sie auf allen Clients und Endgeräten korrekt dargestellt werden (teste trotzdem jede Kampagne selbst). Beachte, dass der Anteil an mobilen E-Mail-Clients extrem hoch ist, und deine E-Mails entsprechend optimiert sind.

Nutze dynamische Inhalte, um z.B. Produktempfehlungen auszuspielen oder einzelne Bereiche deiner E-Mail zu personalisieren.

Erfinde das Rad nicht jedes Mal neu und nutze vordefinierte Header und Footer, die alle rechtlichen Angaben sowie automatisch generierte Abmelde-Links (Pflicht in allen Marketing E-Mails) enthalten.

Klare Handlungsaufrufe (CTA) führen zu mehr Engagement und damit Conversions. Buttons mit aktionsorientierter Sprache und eindeutigem Ziel schaffen Klarheit, minimieren Reibung und reduzieren kognitive Last.

Finde die richtige Sendefrequenz innerhalb der Gratwanderung zwischen „Top-of-Mind“ bleiben und „Geh mir nicht auf die Nerven“. Setze auf Qualität vor Frequenz und schweige im Zweifel, wenn keinen Mehrwert bieten kannst.

Auch der Sendezeitpunkt kann einen Unterschied machen bei statischen Kampagnen. Überlege, wann deine Zielgruppe am ehesten empfänglich für deine Inhalte ist, oder wähle sogar eine dynamische Sendezeit.

Erfolg prüfen

Du willst natürlich den Erfolg deines E-Mail Marketings gegen deine vorher definierten Ziele prüfen. Dafür kannst du einige Standard-Metriken nutzen und deine eigenen Auswertungen bauen.

Eine gute Metrik um das langfristige Wachstum zu betrachten ist das Verhältnis zwischen List Growth Rate (Neuabonnenten) und der Churn Rate (Abmeldungen und Bounces).

Ein weiteres Beweis für den Wert deines E-Mail-Marketings liegt im Vergleich des Customer Lifetime Value (CLV) zwischen Kunden mit Opt-in und Nicht-Abonnenten. E-Mail-Abonnenten sollten eine deutlich höhere Wiederkaufsrate und Markentreue aufweisen und sich entsprechend im CLV widerspiegeln.

Für deine Kampagnen kannst du die Open-Rate, Click-Through-Rate (CTR) und die Click-to-Open-Rate (CTOR) betrachten. Die Öffnungsrate ist mittlerweile eine „Vanity Metrik“ ohne besondere Aussagekraft, da durch technische Änderungen wie Apples Mail Privacy Protection Tracking-Pixel oft automatisiert im Hintergrund geladen werden, bevor jemand die E-Mail überhaupt sieht. Fokussiere dich lieber auf die Click-Through-Rate, die anzeigt, wie viele tatsächlich geklickt haben, und die Click-to-Open-Rate, die durch Gegenüberstellung von vermuteter Öffnungsrate und Klicks versucht, die Relevanz des Inhaltes zu bewerten.

Für all deine Kampagnen solltest du Links mit Tracking-Parametern (z. B. UTM-Tags) versehen, um eine Attribution von Käufen und anderen Aktionen zu deinen Kampagnen zu ermöglichen. Damit kannst du z.B. über Analytics nachverfolgen, welche Kampagnen welche Umsätze erzeugt haben und dir deine eigenen Auswertungen zusammenstellen. Du solltest hier auf jeden Fall den Kanal (E-Mail) und die Kampagne übermitteln. Wenn du noch feiner auswerten willst, kannst du auch die Position in der E-Mail (z.B. Produktbanner “20% Aktion”) mitgeben. Eventuell ergibt es Sinn, dein Attributionsmodell auszuweiten, in dem du ein Zeitfenster (z. B. 5 Tage nach Klick) für die Attribution definierst. So kannst du besser nachvollziehen, welchen Anteil E-Mail am Gesamterfolg hat, auch wenn die Conversion nicht sofort erfolgt.

Wenn der erzeugte Traffic aus deinen E-Mails richtig zugeordnet wird, kannst du das Email Attributed Revenue berechnen. Es ergibt sich aus dem Anteil am Gesamtumsatz des Shops, der dem E-Mail Kanal zugeordnet werden kann. Für etablierte Online-Shops kann der Zielwert hier bis zu 30% betragen. Wenn du den Umsatz aus dem E-Mail Kanal durch die Anzahl der versendeten E-Mails teilst, bekommt du das Revenue per Email (RPE), also den Umsatz pro E-Mail. Diesen kannst du in Relation zu deinem durchschnittlichen Warenkorbwert für Bestellungen (Average Order Value) setzen.


A/B-Tests

Bei einem A/B-Test (manchmal Split-Test genannt) erstellst du zwei Versionen einer E-Mail, die sich leicht unterscheiden. Du teilst die Empfänger in Gruppen, die jeweils eine Version erhalten und wertest aus, welche der beiden Varianten besser performt hat. Wichtig ist, dass du vorher eine Hypothese aufstellst, die du testen willst. Du solltest dann auch nur diese Hypothese testen, wenn sich die zwei E-Mails komplett unterscheiden, kannst du hinterher nicht sagen, was denn nun tatsächlich besser funktioniert hat. Nehmen wir an, du willst einen 15% Gutschein versenden. Deine Hypothese ist: “Die Nennung eines konkreten Nutzens (Geld sparen) erzielt ein besseres Ergebnis als die Erzeugung von Neugier.” Du testet dann die beiden Betreffzeilen “Nur heute: Dein 15% Gutschein” und “Wir haben eine kleine Überraschung für dich…” gegeneinander, die restliche E-Mail ist gleich. Gängig ist, zwei Versionen mit 20% deiner Abonnenten zu testen, und dann den Gewinner an die restlichen 80% zu schicken. Damit A/B-Tests aussagekräftig sind, brauchst du allerdings eine ausreichend große, statistisch signifikante Testgruppe. Als Minimum solltest du 1.000 Empfänger pro Variante haben, besser 2.500.

Verantwortungsvoll und transparent handeln

Abmeldungen transparent machen

Du bist gesetzlich verpflichtet, Abmelde-Links in allen Marketing-E-Mails zu integrieren (§ 7 Abs. 3 Nr. 4 UWG). Ein Abmelde-Link gehört klassischerweise gut lesbar in den Footer und der Text muss klar verständlich sein, z. B. „Newsletter abbestellen“.

Die Abmeldung muss mindestens so einfach wie die Erteilung der Einwilligung sein und darf keinen Login voraussetzen. Die Angabe von Gründen darf nicht zwingend erforderlich sein (Art. 7 Abs. 3 DSGVO).


Daten löschen, wenn erforderlich

Ein Widerruf der Einwilligung (Abmeldung) bedeutet nicht, dass du sofort alle Daten löschen musst, sondern erstmal nur, dass keine Marketing-Mails mehr gesendet werden dürfen.

Wenn ein Kunde explizit die Löschung seiner Daten nach Art. 17 DSGVO verlangt, musst du dieser Anfrage unverzüglich nachkommen und alle personenbezogenen Daten in der Marketing-Plattform löschen. Gesetzliche Aufbewahrungsfristen z.B. für Rechnungen dürften in der Marketing-Plattform nicht relevant sein.

Nach dem Grundsatz der Speicherbegrenzung dürfen Daten nur so lange gespeichert werden, wie es für ihren Erhebungs-Zweck erforderlich ist. In der Praxis solltest du Kontakte, die über lange Zeit keinerlei Interaktion gezeigt haben (Käufe, Klicks, Öffnungen, …), löschen. Du kannst z.B. nach 36 Monaten Inaktivität eine letzte Reaktivierungskampagne senden. Reagiert der Kontakt nicht, werden die Daten entfernt.


Keinen Spam verschicken

Ob deine E-Mails als Spam wahrgenommen werden, hängt vor allem davon ab, ob sie relevante Inhalte für deine Kunden haben. Überlege, welche Absicht hinter jeder E-Mail steht und was der Mehrwert für deine Kunden ist. Auch der Stil der E-Mails ist wichtig. Vermeide „Spam-Trigger“ wie durchgehende GROSSSCHREIBUNG, Grammatik- und Rechtschreibfehler oder Marktschreier-Duktus (“!!! JETZT ZUGREIFEN ???????????? !!!“). Behalte Abmeldungen und Spam-Complaints im Auge, um deinen “Ruf” regelmäßig zu überprüfen.

Kaufe niemals Adresslisten ein, diese sind wertlos und die Empfänger haben nie eingewilligt. Hohe Beschwerderaten sind garantiert.

Mann lächelnd bei einem Treffen, Stift und Notizblock in der Hand, sitzt an einem Tisch.

E-Mail-Marketing Software erfolgreich einsetzen

Du willst den Einstieg ins E-Mail-Marketing nicht allein meistern? Esono begleitet dich dabei mit unserer Software- und Integrations-Expertise. Wir helfen dir bei der Auswahl und Einrichtung deiner E-Mail- und CDP-Tools, beim Aufbau deiner Kampagnen-Architektur und bei der technischen Anbindung an deinen Online-Shop. So stellst du sicher, dass deine Automationen sauber funktionieren und echte Ergebnisse liefern.

Autor*in: Fabian